Um erfolgreich mit Geld umzugehen, ist ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan sinnvoll. Daher sollten Anleger überlegt und mit Bedacht vorgehen, wenn sie Kapital investieren möchten. Das gilt nicht nur für Großverdiener oder Konzerne, sondern auch für Privatanleger. Um einen Plan zu verfolgen, sollten sich Interessierte vor der ersten Investition im Klaren darüber sein, wie ihre Anlagestrategie aussehen soll. Abhängig von den eigenen Zielen und Voraussetzungen können diese sehr unterschiedlich aussehen. Aus diesem Grund stellen wir nachfolgend die bekanntesten Anlagestrategien vor, um Privatanlegern eine Orientierung für ihre Geldanlagen zu geben.

Was sind Anlagestrategien?

Wer Geld anlegen möchte, verfolgt immer das Ziel, Gewinne zu erzielen. Um diesen Plan besonders erfolgreich durchzuführen, raten alle Finanzexperten Privatanlegern dazu, sich eine individuelle Anlagestrategie zu überlegen. Dabei setzen Investoren im Vorfeld fest, wie sie ihre Investitionen anlegen möchten. Dies verhindert emotionale bzw. überstürzte Handlungen und setzt klar die eigenen Ziele fest. Falls die gewünschten Ergebnisse nicht eintreffen sollten, kann die Anlagestrategie stets rückblickend analysiert werden. Daraufhin können Anleger ihre Investitionen reflektieren und für die Zukunft dementsprechend anpassen.

Wie finde ich die passende Anlagestrategie?

Die beste Anlagestrategie für Privatanleger findet jeder, wenn er sich im Vorfeld folgende Fragen beantwortet:

  • Für was soll die Rendite genutzt werden?
  • Soll die Investition kurzfristig oder langfristig sein?
  • Wie lange ist es möglich, ohne das eingesetzte Kapital zu leben?
  • Sollen die Geldanlagen riskanter oder sicherer sein?

Normalerweise gibt es drei verschiedene Typen, nach denen sich grundlegende Anlagestrategien einteilen lassen:

  1. Risiko niedrig, dafür weniger Gewinn

> Konservative oder passive Anlagestrategie

  1. Risiko höher, dafür steht Gewinn im Vordergrund

> Aggressive oder aktive Anlagestrategie

  1. Mittelweg: Moderates Risiko bei realistischem Gewinn

> gemischte Anlagestrategie

> Aktiv bedeutet, dass Investoren viel Zeit investieren, wohingegen passive Anlagestrategien weniger Aufmerksamkeit bedarf.

Aufgeschlüsselt in das magische Dreieck, sind die verschiedenen Eckpfeiler noch einmal deutlich zu sehen. Je nach Ausprägung eines Punktes verschiebt sich die Anlagestrategie in eine andere Richtung:

Unabhängig davon, auf was Privatanleger ihren Schwerpunkt legen, Diversifikation ist immer entscheidend. Das bedeutet, dass Investoren mehrere Anlageklassen und Investitionsmöglichkeiten mischen sollten, um keinen Totalverlust zu erleiden. Selbst risikoreiche Anlagestrategien benötigen eine Aufteilung. Neben der Diversifikation in verschiedene Anlageklassen, sind weitere Unterteilungen sinnvoll. Diese können beispielsweise nach Branchen oder Länder erfolgen.

Wie erstelle ich meine eigene Anlagestrategie?

  1. Schritt: Portfolio zusammenstellen Verschiedene Investments aus unterschiedlichen Anlageklassen auswählen
    • Traditionelle Anlagen wie Tages- oder Festgeld, Sparbücher
    • Wertpapiere wie Aktien, Fonds, Anleihen, ETFs
    • Immobilen (Immobilienfonds, Eigenheim, Crowdinvesting)
    • Rohstoffe wie Edelmetalle
    • Alternative Investitionen wie Sammlerstücke oder Hedgefonds
  1. Schritt: Depot eröffnen
    Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Investoren wahrnehmen können:
    • Unterstützung eines Vermögensberaters oder einer Bank annehmen
    • Selber Portfolio aufsetzen
      Dabei Depot bei Direktbanken und Online-Brokern eröffnen > oft ohne Depotverwaltungsgebühren möglich
    • Robo-Advisor nutzen
      Programme, die Voraussetzungen bzw. Ziele einkalkulieren

Welche Anlagestrategien gibt es?

Wenn die ersten beiden Schritte klar sind, steht es Investoren völlig frei, nach welcher Anlagestrategie sie ihre Geldanlagen anlegen möchten. Anlageklasse, Risikobereitschaft oder moralischen Ansichten sind nur einige der bekanntesten Ausrichtungen.

Anlagestrategien an der Börse

  Buy-and-Hold Antizyklisch Prozyklisch /

Momentum

Aktien kaufen Und lange

(5-20 Jahre) halten

Die an Wert verlieren Die gestiegen sind
Idee Kursschwan-kungen entgehen Hohe Gewinne mit niedrigem Einsatz Weitere Steigerungen

Die meisten Anlagestrategien zielen auf die verschiedenen Möglichkeiten an, wie Anleger mit Wertpapieren handeln können. Daher sind diese auch am detailreichsten und sehr umfangreich.

 

  Dividenden Size Value-Investing Growth-Investing
Aktien kaufen Von Firmen, die viel Gewinn aus-geschüttet haben Von großen Unternehmen Mit den niedrigsten Kurs-Gewinn-Verhält-nissen (KGVs) Von wachsenden Unternehmen

(wie Start-Ups)

Idee Hohe Dividenden & geringeres Risiko Wenige Kurs-schwankungen & Risiken Hohe Gewinne bei wenig Einsatz Die 10.000 &-Aktie finden

Alternativ gibt es noch einige weitere Anlagestrategien. Als Beispiel haben Privatanleger die Möglichkeit, in Wertpapiere aus Schwellenländern zu investieren. Dabei hoffen die Investoren, dass diese Aktien stärker wachsen als in den etablierten Wirtschaftsräumen wie Europa.

Passive Anlagestrategien

An der Börse zu investieren, ist meistens mit viel Zeit verbunden, da es ohne Vorkenntnisse schwierig ist, die richtigen Aktien auszuwählen. Man sollte sich dafür Hintergrundwissen aneignen und die Wirtschaft regelmäßig studieren.

Daher gibt es auch passive Anlagestrategien, die weniger zeitintensiv, dabei aber risikoärmer sind:

  1. Indexorientierte Anlagestrategien
    Diese Vorgehensweise ist relativ passiv, da Privatanleger in sogenannte ETFs investieren. Das sind Fonds, die einen bestimmten Index abbilden. ETFs Anlagestrategien zeichnen sich daher durch eine relativ hohe Sicherheit im Vergleich zu Aktien aus.
  2. Mieteinnahmen
    Einmal eine Immobilie erworben, sind die Einnahmen zwar ebenfalls mit Arbeit verbunden, wie Instandhaltung oder rechtlichen Streitigkeiten. Dennoch ist diese Einnahmequelle relativ passiv, wenn regelmäßige Mieteinnahmen eingehen.
  3. Einlagen
    Sparkonten oder Tages- bzw. Festgeldkonten bringen bestimmte Zinserträge, ohne dass der Besitzer etwas dafür tun muss. Allerdings erhalten Investoren mit solchen Sparmaßnahmen in Niedrigzinszeiten nur sehr geringe Erträge.
  4. Crowdinvesting in Immobilien
    Hierbei investieren Privatanleger in Projekte, die über eine relativ kurze Laufzeit verfügen und trotz wenig Eigenkapital eine stabile Rendite liefern. Während des Zeitraums müssen Investoren sich um nichts weiter kümmern.


Nachhaltige Anlagestrategien

Eine weitere Option liegt darin, seine Anlagestrategie gänzlich nachhaltig auszurichten. Unabhängig davon, welche anderen Maßnahmen Privatanleger wählen. Dabei kann es sich sowohl um aktive Strategien an der Börse als auch um passive Anlagestrategien mit Immobilienprojekten handeln. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf den nachhaltigen Aspekten. Umweltbewusstsein sowie ethische Werte spielen bei der Entscheidung von nachhaltigen Geldanlagen eine zentrale Rolle. So sind Crowdfunding-Projekte, die auf grüne Immobilien ziehen oder Firmen-Aktien gemeint, deren Ausrichtung umweltbewusst und sozial ist.

Sonstige Gebühren berücksichtigen

Damit die eigene Anlagestrategie den gewünschten Gewinn bringt, sollten Privatanleger zudem auf mögliche Gebühren achten. Damit diese nicht zu hoch ausfallen, ist es nützlich, die Kosten für folgende Punkte stets zu vergleichen:

  • Depotkosten
  • Gebühren für den Finanzmanager eines Fonds
  • Einkauf und Verkauf von Aktien