In Zeiten von Krisen und Niedrigzinsen suchen immer mehr Menschen nach unkonventionellen Möglichkeiten, um ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Eine solche stellen alternative Investments dar. Diese nutzen Anleger, um ihr Geld in Anlageklassen wie Immobilien, Rohstoffe oder auch Hedgefonds zu investieren. Solche Anlagemöglichkeiten versprechen hohe Renditen, gelten aber als riskant. Wir haben uns in den folgenden Abschnitten mit den Eigenschaften sowie Risiken und Chancen von alternativen Investments beschäftigt.

Was genau sind alternative Anlagen?

Der Begriff „alternative Investments“ ist eine nicht näher definierte Bezeichnung für Anlagemöglichkeiten, die sich von den konventionellen Geldanlage-Optionen, wie z.B. Aktien, Anleihen oder Sparbüchern unterscheiden. Allgemein versprechen alternative Investments höhere Renditen, gelten aber mitunter als riskant. Eine feste Definition existiert nicht.

Die 6 wesentlichen Bereiche, die unter dem Begriff der alternativen Anlagen zusammengefasst werden, sind:

  • Crowdinvesting-Plattformen
  • Real Estate
  • Hedgefonds
  • Private Equity
  • Infrastruktur
  • Rohstoffe

Jede Anlageklasse bietet dabei individuelle Vor- sowie Nachteile.

Vor- und Nachteile bei Crowdinvesting als alternatives Investment

Crowdinvesting ist eine Form des alternativen Investments, bei denen Anleger als Teil einer sogenannten „Crowd“ in Immobilienprojekte investieren können. Die Anlageform ist interessant, weil Käufer für kleine Summen ab etwa 500 Euro am wirtschaftlichen Erfolg von Bauprojekten teilhaben und stattliche Renditen für sich herausschlagen können. Dadurch, dass viele Menschen investieren können, kommen teilweise gewaltige Summen zusammen. Sicherheit gewinnen Investoren dadurch, dass sie sich in der Regel mit den Initiatoren der Projekte austauschen können.

Der Nachteil dieser Anlageform liegt darin, dass das Ausfallrisiko bei entsprechenden Startups relativ hoch ist. Es besteht grundsätzlich immer das Risiko, dass das eingesetzte Vermögen in Gänze verloren geht. Wie bei den meisten Anlageformen können Interessierte die Risiken auch bei Crowdinvesting-Plattformen minimieren, wenn sie sich ausführlich über die jeweiligen Projekte informieren. Anleger sollten nur Geld einsetzen, wenn sie das Investment verstehen.

Vor- und Nachteile bei Real Estate als alternatives Investment

„Real Estate“ ist die englische Bezeichnung für den Immobiliensektor. Dieser Begriff umfasst daher alle Arten von Investitionen, die diesen betreffen. Die Anlagemöglichkeiten umfassen Fonds, den Direkterwerb von Immobilien sowie Crowdinvesting in Immobilien.

Der Vorteil von Gebäuden liegt in der Tatsache, dass „Betongold“ wertbeständig ist. Der Immobiliensektor ist nicht so stark von Preisschwankungen betroffen wie andere Teile der Wirtschaft. Renditen und Mieteinnahmen versprechen hohe Gewinne. Allerdings ist es auch hier mit Risiken verbunden, Geld zu investieren. Immobilien direkt zu erwerben kann zum Minusgeschäft werden, falls Käufer Faktoren wie Lage oder Ausstattung nicht bedenken. Alternative Investmentfonds können außerdem undurchsichtig sein, sodass Investoren nicht in der Lage sind, die Anlagestrategien der jeweiligen Produkte nachzuvollziehen.

Vor- und Nachteile bei Hedgefonds als alternatives Investment

Hedgefonds sind eine spezielle Form von spekulativen Fonds. Privatanleger streben bei dieser Form des alternativen Investments besonders hohe Renditen an. Da sie eine sehr große Geldmenge als Einstieg verlangen, eignen sie sich hauptsächlich für Großanleger. Hedgefonds werden in der Regel von einem oder mehreren Fondsmanager verwaltet. Diese analysieren Aktienkurse und stellen Portfolios zusammen, welche aus unterschiedlichen Anlageklassen bestehen – von Rohstoffen bis Staatsanleihen. Anleger, die in einen Hedgefonds investieren, überlassen Ihr Geld also professionellen Verwaltern, die Ihr Erspartes gewinnbringend investieren sollten. Der Vorteil liegt darin, dass Letztere häufig über große Erfahrung im Investment-Bereich verfügen.

Das Risiko liegt allerdings auf der Hand: Der Erfolg der Fonds hängt von der jeweiligen Strategie ab. Ist diese nicht gut, erwirtschaften sie nicht die versprochenen Renditen. In der Folge verlieren Anleger Geld. Außerdem verlangen Hedgefonds in der Regel hohe Gebühren, die die Gewinne vermindern.

Vor- und Nachteile bei Private Equity als alternatives Investment

Private Equity ist privates Beteiligungskapital, das Anleger in Unternehmen investieren, welche nicht börsennotiert sind.
Es wird dabei meistens zwischen unterschiedlichen Phasen, während derer Interessierte investieren können, unterschieden:

  • Frühphase
    Fonds investieren in Jungunternehmen, die bereits erste Erfolge vorweisen konnten.
  • Wachstumsphase
    Fonds investieren in Startups, die sich erfolgreich am Markt etabliert haben.
  • Krise
    Fonds investieren in Unternehmen, die sich in der Krise befinden.

Jede Strategie birgt individuelle Renditechancen und Risiken. Die Vorteile von Private-Equity-Fonds liegen darin, dass diese meist in gesunde und stabile Unternehmen investieren. Das Verlustrisiko ist dadurch recht gering. Nachteile birgt die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um kurzfristige Investments handelt. Private Equity setzt auf nachhaltiges Wachstum. Der Anlagehorizont bewegt sich zwischen 10 und 12 Jahren. Dafür sind Renditen von 20 Prozent pro Jahr keine Seltenheit.

Vor- und Nachteile von Infrastruktur-Projekten als alternatives Investment

Investments in die Infrastruktur zielen auf öffentliche Gebäude, kulturelle Einrichtungen, erneuerbare Energien oder Straßen- und Versorgungsnetze ab. Für diese Anlageform sprechen mögliche hohe Renditen und die Tatsache, dass diese sich unabhängig von anderen Anlageklassen entwickeln. Bewegungen am Aktien- oder Finanzmarkt wirken sich beispielsweise selten auf infrastrukturelle Projekte aus. Allerdings sind Letztere dafür stärker von politischen Entwicklungen betroffen. Investiert ein Fonds beispielsweise in Bauprojekte innerhalb eines Landes, in dem kurz darauf eine Revolution oder ein Bürgerkrieg ausbricht, kann es sein, dass diese nicht weiter betrieben werden können. In der Folge meldet der Fonds Insolvenz an und Anleger verlieren ihr Geld.

Vor- und Nachteile bei Rohstoffen als alternatives Investment

Rohstoffe wie Gold, Silber, Öl oder Weizen werden als stabile Anlageklassen geschätzt. Im Vergleich zu anderen Klassen erzeugen Rohstoffe keine regelmäßigen Dividenden oder Zinsen, stattdessen richtet sich der Preis ausschließlich nach Angebot und Nachfrage. Der Vorteil liegt in deren Wertbeständigkeit. Bei Rohstoffen wie Gold oder Silber verhindert die natürliche Ressourcenknappheit, dass es zu einem starken Preisverfall kommt. Ein Nachteil besteht darin, dass politische Entscheidungen sowie Kartelle die Preise massiv beeinflussen können.

Grundsätzlich sollten sich Interessierte sehr genau mit den Möglichkeiten, die die einzelnen Anlageklassen bieten, auseinandersetzen. Ideal ist ein breit diversifiziertes Portfolio, das verschiedenste Finanzprodukte aufweist. Dabei ist es sinnvoll, riskante Investments, die hohe Renditen versprechen und stabilisierende Anlagen zu vermischen. Nur ein diversifiziertes Portfolio lässt sich gegen Preisschwankungen, Inflation, Rezessionen und Krisen aller Art absichern.

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