Gewissenhaftes Sparen und sichere Rücklagen bilden ein wesentliches Fundament für jede Geldanlage. Die Voraussetzung für diese Basis bildet ein Polster von ungefähr drei Netto-Monatsgehälter auf dem Tagesgeld- bzw. Festgeldkonto. Wenn man aber doch mal etwas Geld übrig hat, lohnt sich ein Blick auf den Anlagemarkt. Dabei sollten Privatanleger einige wichtige Aspekte berücksichtigen. Das wichtigste vorneweg ist, niemals alles auf eine Karte zu setzen. Das Stichwort hierfür lautet Diversifikation.

Wie das im Detail aussehen kann, erklären wir im Folgenden etwas genauer und spielen danach mögliche Vorgehensweisen durch, wie man konkret 10.000 Euro anlegen kann.

Risikostreuung verhindert große Verluste

Risikostreuung ist für das eigene Portfolio sehr wichtig. So verhindert man zum Beispiel bei Aktienkurseinstürzen einen Totalverlust. Daher sollten Privatanleger stets verschiedene Anlageklassen auswählen und diese miteinander kombinieren.
Renditestarke und damit riskantere Anlageformen mischt man mit sicheren und eher ertragsschwächeren Klassen. 

Aktien gelten bei vielen Neulingen als sehr riskant. Wer daher den Aktienmarkt scheut, dem bieten sich einige weitere Anlagemöglichkeiten an.
Wertpapiere können an der Börse auch in Form von Aktienfonds, Anleihen bzw. Rentenfonds oder Immobilienfonds gekauft werden, denen bereits eine Streuung inhärent ist.
Sicherer, aber dennoch gute Gewinne bieten zudem ETFs und Crowdfunding-Projekte in Immobilen. Aktien-Indexfonds haben keinen Verwaltungsaufwand, was zusätzliche Kosten enorm minimiert, weil sich das Portfolio automatisch den Indizes anpasst.

Die Ausrichtung und Wahl der einzelnen Projekte und Unternehmen spielt ebenfalls eine eminente Rolle. Privatanleger sollten dabei zusätzlich thematisch streuen und zum Beispiel Geld in umsatzstarke Unternehmen (Bluechips) anlegen als auch nachhaltig investieren.

Anlagestrategie auswählen

10.000 Euro können Privatanleger sehr unterschiedlich investieren. Daher bietet sich diese Zahl ideal als Beispiel an. Kurz zusammengefasst gibt es hierfür drei wesentliche Anlagestrategien:

  • Sicher
  • Moderat
  • Riskant

Dabei haben alle Vorgehensweisen gemein, dass das Kapital auf mehrere Anlageklassen aufgeteilt wird. Nur die Gewichtung an sich ist dabei unterschiedlich, da bestimmte Anlageklassen mehr Sicherheit bieten als andere. Wer mehr Gewinne erzielen möchte, muss dabei ein höheres Risiko eingehen, da konservative Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld mit niedrigen Zinsen kaum nennenswerte Rendite bringen.

Sichere Variante

Konservatives Anlegen zieht Beständigkeit großen Gewinnchancen vor. Dabei zählt die gesamte Rücklage auf dem Tagesgeldkonto bereits als sicherer Bestandteil. Zusätzlich dazu beinhaltet die sichere Strategie weitere Anlageklassen.
Diese können Privatanleger weiter ausweiten und 7.500 Euro in ETFs anlegen. Die Fonds richten sich nach dem Index und gelten damit als relativ sicher, da sie auf mehrere Aktien aufgeteilt sind. Allerdings gilt auch hier nicht die gesamte Summe in ein einzelnes ETF zu investieren. Stattdessen streut man diese zum Beispiel auf deutsche, amerikanische oder asiatische Märkte.

Die restlichen 2.500 Euro kann man dann noch in renditestarke Anlagen investieren. Die riskantere Investition sollte sich selbst bei 2.500 Euro nicht nur auf eine Anlage beschränken.
Als Beispiel könnten Privatanleger drei Aktien zu je 500 Euro und zwei Anteile zu je 500 Euro in Fonds investieren. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Wertpapiere alle aus unterschiedlichen Bereichen stammen, sodass der Verlust in einer Branche nicht alle risikoreichen Investments auf einmal betreffen kann.

Ausgeglichenes Investieren

Eine Stufe weiter ist die Aufteilung in gleichen Teilen. Das bedeutet, dass Investoren 5.000 Euro sicher investieren, wobei sie die andere Hälfte in riskantere Anlageklassen anlegen.
1.000 Euro können Anleger in ein Crowdfunding-Projekt für Immobilien investieren. ETFs auf dem europäischen Markt für 1.500 Euro sowie auf dem amerikanischen und asiatischen von je 750 Euro ergänzen die sicheren Anlagen. Die restliche Investition von 1.000 Euro kann dann in einem Rohstoff wie Gold erfolgen.

Bei dieser Strategie ist dem Privatanleger bereits eine größere Streuung in den renditestärkeren Anlagen möglich. Aktien von kleinen Startups und Kryptowährungen können dabei einen kleinen Teil ausmachen. Die Gewichtung sollte allerdings auch in diesem Feld nicht zu spekulativ ausfallen. 2.500 Euro können ähnlich wie bei der konservativen Variante aufgeteilt werden. Die andere Hälfte darf dabei riskanter investiert werden, zum Beispiel zu einem Teil in breit gestreute Staatsanleihen und zum anderen in riskant ausgerichtete Mischfonds.

Offensives Vorgehen

Besonders renditeorientiert investiert man bei einer Investition von nur 2.500 Euro in sichere Anlageformen. Den restlichen Betrag der 10.000 Euro kann man hier in risikostärkere Alternativen anlegen.
Verfolger dieser Strategie können beispielsweise je 1.000 Euro in zwei verschiedene Crowdfunding-Immobilien investieren und 500 Euro in ETFs.
Fünf unterschiedliche Aktien verschiedener Branchen für je 1.000 Euro garantieren eine gute Streuung. Danach sind immer noch um die 2.000 Euro übrig, die Investoren zum Beispiel in Anleihen aufteilen können. Damit verfolgt man selbst bei einer riskanteren Vorgehensweise eine notwendige Diversifikation.

Allgemeine Tipps

10.000 Euro anlegen bedeutet für jeden etwas anderes. Für manche ist das eine Menge Geld, wohingegen andere Menschen diesen Betrag eher niedrig einstufen. Dennoch sollten alle Investoren ein paar grundlegende Tipps berücksichtigen, unabhängig davon, welche Strategie sie verfolgen bzw. welche Anlageklassen sie auswählen:

  • Geld mit Hilfe von Multi-Asset-Strategien breit streuen
  • Für einen langfristigen Zeitraum planen
  • Kosten miteinander vergleichen
  • Niedrige Beträge rentieren sich bei vielen Anlageformen aufgrund der festen Gebühren nicht wie beispielsweise beim Aktienkauf: